“Resonanz und Dialog”
Trauma und Neuroregulation bei Erwachsenen
Teil 1 und 2

Leitung: Dorothea Metcalfe-Wiegand D.O.®M.R.O.®

In der modernen Traumatherapie wird unter “Trauma” die Gesamtheit der Reaktionen verstanden, die die Physiologie des Körpers überwältigten und nicht aus eigener Kraft gelöst werden konnten. Unsere körperlichen wie auch unsere psychischen Erfahrungen sind in unserer Biologie verwoben und zeigen sich als neurovegetative Reaktionen in der Körperphysiologie. Die Vergangenheit hat uns im Griff, denn der Körper reagiert immer noch so, als ob die Bedrohung von “Damals” im “Hier und Jetzt” stattfindet. Erst wenn Prozesse auf der Körperebene wahrgenommen werden und sich die im Körper gespeicherten vegetativen Erregungsmuster nach und nach lösen, können die gespeicherten Körperreaktionen als Erinnerungen dem “Dort und Damals” zugeordnet werden und der frischen und lebendigen Wahrnehmung des “Hier und Jetzt” Raum geben.

Thema dieser überaus spannenden, praxisorientierten und mit viel Selbsterfahrungs- Elementen verbundenen Kurse ist die Erweiterung der osteopathischen Behandlung durch Aspekte moderner neurophysiologischer und traumatherapeutischer Ansätze, sowie der Achtsamkeitspraxis. Möglichkeiten zu einer effektiven und gleichzeig sicheren und sanften Lösung von Stress und Trauma werden aufgezeigt.

Teil 1: Grundlagen

Theorie: Die Neurophysiologie des überwältigenden (traumatischen) Erlebens, das sich als reflexhaftes Verhalten von Kämpfen, Fliehen und Erstarren im Körper manifestiert. Strategien zur Lösung traumarelevanter Aspekte entsprechend dem traumalösenden Behandlungsmodell des Somatic Experiencing®.
Praxis: Wir arbeiten mit dem System des ventralen Vagus n. St. Porges: die Weise, ein sicheres Beziehungsfeld herzustellen, die Wahrnehmung von Resonanz, die Kunst des Dialogs. Wie kann, über die Wahrnehmung körperlicher Vorgänge, der Kontakt zu den gespeicherten Erregungszuständen hergestellt werden, so dass Selbstregulation ermöglicht wird? Es werden spezifische Fertigkeiten zur Lösung von gehaltener (traumatischer) Energie in Verbindung mit einer osteopathischen Behandlung erarbeitet.

Teil 2: Vertiefung

Theorie: Wie können traumalösende Aspekte in den Kontext osteopathischer Behandlungen eingebettet werden? Wie können Ressourcen aufgebaut und genutzt werden? Warum ist es sinnvoll einen Prozess zu verlangsamen und in kleinen und überschaubaren Portionen zu bearbeiten?
Praxis: Häufige osteopathischen Behandlungsindikationen wie z. B. Schmerzsyndrome (Fibromyalgie), Migräne, Colon irritabile, Asthma hergestellt. Die Teilnehmer können ihre Fähigkeiten vertiefen in einen resonanten, verbalen oder nonverbalen Dialog mit den Patienten einzutreten und lernen diese bei sog. “Entladungs- und Vervollständigungsreaktionen” zu unterstützen. Spezifische Arbeitsweisen bei Stürzen, Unfällen und nach Operationen.